Tatort Taraxacum
Über uns

Herzlich willkommen in der Buchhandlung
Tatort Taraxacum
Rathausstraße 23
26789 Leer
Tel. +49 (0)491-91 22 62 86 (Buchhandlung und Leda-Verlag)
Tel. +49 (0)491-97 67 17 03 (Café und Restaurant)
Fax +49 (0)491-91 22 62 87
buchhandlung@tatort-taraxacum.de
Sie suchen die spannendsten und besten Krimis und wollen mehr als Massenware?
Dann ist es Zeit für einen Besuch am Tatort Taraxacum.
Bei uns finden Sie Spannungsliteratur - vor allem natürlich Krimis aus dem In- und Ausland,
aber auch ausgesuchte Sciencefiction und Fantasy.
In unserer maritimen Abteilung finden Sie außerdem Fachbücher, Bildbände und Romane
rund um die Seefahrt.
Selbstverständlich besorgen wir Ihnen auch jedes andere lieferbare Buch gerne. Oder nutzen Sie unseren Internetshop!
Heike Gerdes und ihr Team sind gespannt auf Sie.
Tatort Taraxacum – die Krimi-Kathedrale im Mordwesten
von Heike und Peter Gerdes
Es fing alles so harmlos an – nämlich mit der Idee, eine kleine Verlagsbuchhandlung in der Altstadt von Leer zu eröffnen. Seit mehr als zehn Jahren bringt der LEDA-Verlag „Krimis aus dem Mordwesten“ und anderen Regionen heraus; da lag der Gedanke, mit einem eigenen Laden am Verlagsort stärker präsent zu sein und den Krimis-Fans einen festen Anlaufpunkt zu bieten, einfach nahe. Anfang 2011 begannen wir ernsthaft darüber nachzudenken. Was daraus werden würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand.
Solch eine Krimibuchhandlung, immerhin die erste ihrer Art in Ostfriesland, musste natürlich Platz genug bieten, um nicht nur die eigene Verlagsproduktion ansprechend zu präsentieren, sondern möglichst die ganze deutschsprachige Krimiszene. Allerhand Internationales natürlich auch, man will ja nicht provinziell wirken, und am besten auch noch weitere Spannungsliteratur, um den Umsatz auf stabile Füße zu stellen. Lesungen sollten natürlich ebenfalls stattfinden können, und ein angeschlossenes Café wäre auch nicht schlecht, von wegen Anlaufpunkt. So viel zum Thema „klein“.
Wir begannen uns umzuschauen, Ladenlokale zu besichtigen, Chancen und Gegengründe zu erwägen. Und kamen dabei ganz zwangsläufig immer wieder am Taraxacum vorbei, das unübersehbar an der zentralen T-Kreuzung der Leeraner Altstadt thronte, breit und massig, leerstehend und im Verfall begriffen.
Taraxacum?
Kleiner Rückblick: Das Gebäude Rathausstraße 23, ein 500-Quadratmeter-Kasten von 1858 mit wechselvoller Geschichte, war den größten Teil der letzten 30 Jahre unter diesem Namen Ostfrieslands erste Adresse in Sachen höhere Literatur gewesen. Warum Taraxacum? Weil diese Pflanze als Symbol für Überlebenswillen und Durchsetzungsvermögen stand; um das zu verstehen, muss man sich nur einen Löwenzahn anschauen, der durch die Risse einer asphaltierten Straße wächst. Lange Zeit war das Taraxacum eine Erfolgsgeschichte, die Kombination von Literatur und Kulinarik ein Inbegriff gehobenen Genusses. Nach dem Tod des Besitzers und Betreibers Michael Wübbelsmann jedoch war das imposante Haus gründlich heruntergewirtschaftet und schließlich aufgeben worden. Das Taraxacum war völlig überschuldet und stark renovierungsbedürftig, die Besitzverhältnisse nach Erbinsolvenz unklar. Erster Gedanke: Hände weg! Und die Vernunft bestand darauf, dass der zweite und dritte Gedanke ebenso lauteten.
Trotzdem …
Diese Fassade mit ihren Bögen, Säulen und Kapitellen! Diese schwere hölzerne Eingangstür! Dieser fünf Meter hohe Verkaufsraum mit seinen gewaltigen Deckenbalken! Diese hoch ragenden Ständerregale, die an ein Chorgestühl erinnern! Ein Eindruck, der nicht so schnell verblasst. Was für ein Raum, was für ein Flair! Eine Kathedrale der Literatur.
Aber was für ein Chaos, was für ein Dreck! In den letzten Jahren vor seinem Ende war das Tarax, wie das Haus in Ostfriesland allgemein genannt wurde, ein Restaurant gewesen. Nach dessen Schließung hatte man alles demontiert und mitgenommen, was irgendwie von Wert war (altes Fritierfett zählte nicht dazu). Die Hoffnung, ein halbwegs intaktes Geschäft übernehmen und mit überwiegend eigenen Kräften wieder in Gang bringen zu können, mussten wir schnell aufgeben. Der Laden, diverse Nebenräume und Büros, das Café, das Restaurant, dazu die beiden Wohnungen im ersten Stock – alles würde von Grund auf renoviert und neu eingerichtet werden müssen. Um Himmels willen!
Und dennoch …
Ob es nun daran lag, dass „LEDA“ gut lief und aktuell keine Sorgen bereitete, oder daran, dass wir gerade einen Atlantik-Urlaub hinter uns hatten und unverschämt gut erholt waren – im April 2011 jedenfalls knackte der Wagemut unsere Deckung im Handstreich. „Warum übernehmen wir das Tarax nicht einfach?“, fragte Heike Höhe Bordeaux ganz unvermittelt. „Machen wir’s doch“, lautete Peters schlichte Antwort. Die nächsten 800 Kilometer flogen vor lauter Pläneschmieden fast unbeachtet vorbei. Alles schien klar.
Hatten wir eine Ahnung!
Wie kauft man ein Haus, das eigentlich gar keinen Besitzer hat (und das man aus diesem Grund auch nicht mieten kann)? Wie bringt man Gläubiger dazu, auf den größten Teil ihrer Ansprüche zu verzichten, anstatt einfach auf die Zwangsversteigerung zu warten? Wie bekommt man einen Bankkredit für so etwas wie ein „kriminell-kulinarisches Literaturprojekt“? Wie erfüllt oder verhandelt man städtische Auflagen? Wie kalkuliert man Renovierungskosten für ein Objekt dieses Ausmaßes? Wo findet man Handwerker, die sich mit historischer Bausubstanz und tradierten Materialien und Arbeitstechniken auskennen? Wie plant man eine unaufdringliche, aber trotzdem umwerfende Ausleuchtung? Wie arrangiert man sich bei all dem mit dem Denkmalschutz (ein Kapitel für sich, wahrlich, Leute! Aber es hat sich gelohnt.) Wie organisiert man schließlich den Betrieb eines Cafés, eines Restaurants, eines Buchladens? Und, und, und …
Um es kurz zu machen: Jetzt wissen wir’s. Nach ziemlich genau einem Jahr. Wow! Wir erzählen euch gerne die Details. Jedenfalls die meisten. Bei einem Kaffee oder Tee. Oder abends bei Bier oder Wein im Tatort Taraxacum.
Namen hatte unser Riesenkind natürlich viele. Probeweise. Altstadtrevier, Mordlichter, Ebbe und Blut – nichts davon überzeugte uns wirklich. Zumal uns klar war, dass der Zusatz Taraxacum angesichts der Bekanntheit dieser Institution unbedingt sein musste. Aber: Mordlichter im Taraxacum? Nee, wohl doch nicht.
So verfielen wir denn auf das Nächstliegende. Nicht ohne uns vorher kundig zu machen und abzusichern. Der WDR hat sich „tatort“ als Serien-Label bekanntlich schützen lassen, den Schriftzug allein ebenso wie in Verbindung mit dem Fadenkreuz, außerdem „Tatort“ als Titel für Publikationen und Veranstaltungsreihen. Syndikats-Kollegen und andere Kulturschaffende haben damit schon böse Erfahrungen gemacht. Unser Tatort-Projekt jedoch fällt nicht unter diesen Titelschutz, schon gar nicht in der Kombination Tatort Taraxacum (solange wir unsere Lesungen nicht mit „Tatort“ betiteln, was wir tunlichst vermeiden werden).
Am 12. November feierte unser Buchladen seine Eröffnung, am 19. November fand die erste Lesung statt: Sandra Lüpkes, musikalisch unterstützt von „Fremdenzimmer“ – ausverkauft, ebenso wie die folgenden Veranstaltungen. 90 Zuschauer fasst der Verkaufs- und Veranstaltungsraum, was nur möglich ist, weil die gesamte Einrichtung außer den Wandregalen und der kleinen, aber feinen Bühne im Schaufenster auf Rollen steht.
Wenig später wurde das Café eröffnet, im Dezember auch das Restaurant. Gestaltung und Farbgebung, Licht und Einrichtung, Buchangebot und Veranstaltungsprogramm stießen auf ungeteilte Zustimmung (eine Floskel, klar, aber – nee, echt!). An das langgezogene „Ahhh!“ des Publikums, als wir zum ersten Mal zum Beginn einer Lesung das Licht unserer fünf englischen Kronleuchter dimmten, denken wir noch häufig (ja, ich finde auch, dass wir ein bisschen albern und ziemlich irrational sind. Aber würden wir sowas sonst machen?).
Und wir freuen uns immer noch über die großen runden Augen der Kunden, die das Tatort Taraxacum zum ersten Mal betreten und etwas vorfinden, das sie nicht erwartet haben. Nämlich eine Krimi-Kathedrale im Mordwesten.
Autor/Veranstaltungsplanung
Peter Gerdes
Tel.: 0491/91226286
Fax.: 0491/91226287
Spannung auf dem Schiff
und im Bus
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